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4 Tage Skitouren im Lechtal

30. März 2026

März 2026
Der Vorbereitungsaufwand für die Guides ist erheblich. Zuerst wenig Anmeldungen, dann kurzfristige Absagen. Dabei alles wunschgerecht in der Unterkunft ermöglichen. Die Lawinenlage hatte sich Mitte März stabilisiert, aber es war wenig Schnee zu erwarten. Die 2 Guides (JoachimTrainer-B und Stefan Trainer C Skibergsteigen) und die 10 Teilnehmer hatten sich darauf eingestellt längere Tragepassagen zu absolvieren und erst in höheren Lagen Schnee zu finden.
Joachim bringt viele Jahre Erfahrung – auch aus anderen Sektionen mit. Stefan feierte mit uns sein Debut als frisch gebackener Trainer-C Skibergsteigen und überraschte mit einer ausgesprochen guten Ortskenntnis.
Am ersten Tag wurde der Tschachaun 2334m ins Visier genommen. Der Aufstieg ab Namlos beträgt 1150 hm. Zu Anfang ist es ein Harsch im langgezogenen Tal, aber der nordseitige Anstieg und der Gipfelhang (Südost) sind unschwer mit der moderaten Steilheit zu meistern.
Alle Teilnehmer haben den Gipfel erreicht und Niemand hat das Angebot der Guides 150 hm zu sparen und am Sattel in herrlicher Sonne zu warten, angenommen. Alle wurden mit einer unerwartet angenehmen Abfahrt belohnt!
 Am 2. Tourentag wurde von den Teilnehmern mehrheitlich ein Ziel mit etwas weniger Höhenmetern aus den Vorschlägen der Guides ausgewählt: das Schafkar 2311m von Gramais. Nur eine Teilnehmerin hat an diesem Tag pausiert.
Zu Anfang war die Sicht noch gut, aber am späteren Nachmittag wurde Eintrübung und abends etwas Schneefall erwartet.
Vier der Tourengeher hatten sich entschlossen auf einem Plateau ca. 120 hm unterhalb des Ziels mit insgesamt 1060 hm auf die verbliebenen 7 Gipfelstürmer zu warten.
Die Abfahrt gestaltete sich aufgrund schlechter Sichtverhältnisse und wechselnder Schneeverhältnisse als sehr anspruchsvoll.
An Tag 3 haben sich 3 der Teilnehmer einen verdienten Ruhetag gegönnt. Die verbliebenen Neun sind Richtung Steinkarspitze von Kelmen aus aufgebrochen. Der nächtliche Neuschnee hat den Aufstieg und die Abfahrt erleichtert. Am Grat, vor dem Einstieg ins Kar gab es eine Lehrstunde. Fachmännisch wurden 2 Schneeprofile mit Hilfe der Lawinenschaufeln gegraben.
Einerseits ist es so möglich den Schneedeckenaufbau einzusehen und mögliche Schwachschichten usw zu erkennen.
Andererseits ergibt sich durch den CT (Colum Test) und den ECT (Extended Colum Test) ein relativ klarer Hinweis darauf, ob es sinnvoll ist weiter zu gehen, oder besser abzubrechen oder ob eine andere Route gewählt wird.
Es wurde entschieden alternativ zu dem Gipfelanstieg in eine Mulde auf der Südseite hinter dem Grat (unterhalb des Galtjochs) abzufahren. Der Grund dafür war allerdings nicht der Schnee, sondern schlechte Sicht. Es hieß dann wieder auffellen und zurück zum Grat aufsteigen. Dabei wurden Spitzkehren geübt, was man ja nicht oft genug tun kann!
Während die 7 Teilnehmer Zeit für eine kurze Pause hatten, sind die 2 Guides erneut in die Mulde abgefahren. Die Sicht wurde besser für die Abfahrt zum Parkplatz. Insgesamt summierte sich die Tour auf sehr moderate 750 hm.
Am letzten Tourentag konnten alle Teilnehmer bei traumhaftem Wetter und ideal geneigten Hängen eine Skitour (760 hm) der Extraklasse zwischen Boden und Gramais genießen.
Zum Abschluss konnte auch noch ein moderner Lawinenrucksack getestet werden! Es war schon etwas Kraft zum Auslösen notwendig!
 
Zusammenfassung
Eine sehr gute Tourenwahl hat überraschend dazu geführt, dass die Abfahrten quasi immer bis zum Parkplatz möglich waren. Die – für Alpenvereinsverhältnisse – luxuriöse Unterkunft in Stanzach hat auch Ihren Teil zu der rundum gelungenen Veranstaltung beigetragen. Eine moderne Saunalandschaft und ein sehr gutes Abendmenue waren der willkommene Abschluss an den Tourentagen. Die Teilnehmer waren begeistert und auch die Guides waren zufrieden!
Eine Wiederholung, bzw. ein erweitertes Event an gleicher Stelle ist für 2027 geplant!!
 
Karl-Heinz Schoppe im März 2026