
Freeride, Skitour & Skitechnik in Axams
Ort: Hotel Kögele in Axams / Tirol (Innsbruck Land)
Datum: 23.02.24 – 25.02.24
Teilnehmer: Ludwig v. l. Hausse (Guide), Joachim Sator (Guide), Natalie Tenckhoff, Sabine Salbeck-Döring, Petra Anna Dröber, Christoph DiStefano, Herlinde Striegl, Stefan Eiterer, Alina Rommel, Robin Gut, Gabriele Rommel, Peter Prestel, Heike Eidenhart, Johannes Leeder
Tag 1 (Freitag, der 23.02.24):
Nach dem ersten kurzen Kennenlernen im Dunklen am Kurhaus in Oy wurde das Gepäck in die drei Autos verladen und wir starteten pünktlich um 06:30 Uhr in Richtung Tirol. Das Wetter meinte es nicht gut und begleitete uns bis zu unserem Hotel in Axams mit Regen. Während des Ausladens schlug es aber bereits in Schneeregen um und bis wir mit dem Skibus in das Skigebiet Axamer Litzum starteten, waren die Straßen schon weiß. An der Talstation angekommen teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die Skifahrer fühlten dem Neuschnee der Piste auf den Zahn und testen auch diverse freie Hänge, die gefahrlos zu befahren waren. Die Tourengeher gingen bei Lawinenwarnstufe 4 auf Nummer Sicher und wählten eine Route der Piste folgend. Gegen Mittag und ca. 780 Hm später, trafen wir uns alle am Hoadlhaus (2.340 m) zum Essen. Durch den starken, durchgehenden Schneefall waren alle in der Sicht eingeschränkt und bis zum Essen komplett durchnässt. Trotz alledem war die Stimmung gut, die Gruppen harmonierten und wir ließen uns nach dem Essen mehrere Hänge nicht entgehen, da der lockere Pulver schon lockte. Danach nahmen die Meisten den Bus nach Axams, um Einzuchecken und die nassen Sachen loszuwerden. Um Ludwig gab es aber schon ein paar Hardcore-Skifahrer, die die Karte bis zum Schluss ausreizten.
Den ersten Tag rundeten ein leckeres 4-Gänge Menü und jede Menge gute Gespräche ab. Der Leiter des Hotels meinte noch abschließend, dass es gestern bis in diese Regionen noch komplett schneelos und warm war, aber jetzt die ganze Nacht schneien würde.
Tag 2 (Samstag, der 24.02.24):
Aufstehen, Vorhang auf, und ja, blauer Himmel. Das wunderschöne Licht und 50 cm Neuschnee lockten sogar trotz der Kälte für mehrere Fotos nach draußen.
Nach dem Frühstück teilten wir uns wieder in zwei Gruppen auf. Wir Tourengeher konnten den Luxus genießen und fast direkt vor dem Hotel per Ski in Richtung Axamer Kögele (oder Wetterkreuz 2.100 m) starten.
Unsere Skifahrer hatten weniger Glück, die Skibusse waren zu der Zeit komplett voll und fuhren einfach an der Bushaltestelle vorbei. Deshalb beschlossen sie, lieber doch die eigenen Autos zu benutzen. Aber auch so kamen sie nicht ans Ziel, da ein Wohnmobil mit Sommerreifen die Auffahrt komplett blockierte und sich die Autos bereits stauten. Nach kurzem Kriegsrat kehrten sie zum Hotel zurück, fellten ebenfalls an und folgten unserer Spur.
Die Route war sehr beliebt, da die Bedingungen selten so optimal sind. Das letzte Mal vor fünf Jahren wie wir später im Gespräch erfuhren. Mit der Gruppe ließen sich die knappen 1.300 Hm gut bewältigen und wir schossen wunderschöne Gipfelbilder. Hier oben war auch zu erkennen welches Glück wir eigentlich hatten, da der gesamte Raum vom Fernpass bis kurz vor Innsbruck nach wie vor grün war. Erst am Sellrain wurde es weiß und wir konnten punktgenau beste Bedingungen genießen.
Die Idee, auch die nächste Erhebung noch mit zu begehen, mussten wir allerdings ziemlich bereuen. Der Wind frischte just in dem Moment derart auf als wir dort ankamen, dass wir Mühe hatten unsere Felle zu verstauen und traten schleunigst den Rückzug an. Das erste Drittel der Abfahrt bot tollen Pulver, allerdings ohne Grundlage. An einem geeigneten, sonnigen Platz holten wir unsere verdiente Brotzeit nach und sahen unseren Kollegen, die uns inzwischen eingeholt hatten, beim Aufstieg und Spitzkehrenüben zu. Die weiteren Tiefenmeter führten zwar durch bereits verfahrenes Gelände, machte aber trotzdem Spaß. Die zwei letzten Hänge waren dann allerdings schon derart aper, dass sich Bodenberührungen leider nicht vermeiden ließen. Trotzdem war die Abfahrt mit etwas Vorsicht noch bis Axams möglich. Dort ließen wir den Nachmittag dann in der Süßen Ecke bei Kaffee und Kuchen ausklingen.
Die zweite Gruppe fuhr nach dem Axamer Kögele auf der Piste zur Bärenhütte ab, um dort bei leckerer Brotzeit zu pausieren. Allerdings verließ sie anschließend wieder das Glück, der Sessellift in der Nähe stellte pünktlich wegen Sturmwarnung den Betrieb ein. Da die meisten allerdings keine Lust auf eine weitere Busfahrt hatten, summierten sich so weitere 300 Hm zu insgesamt 1.600 Hm.
Abends im Hotel gab es dementsprechend viel zu erzählen und auch die Skigruppe nahm den Tag mit Humor.
Tag 3 (Sonntag, der 25.02.24):
Kurzer Schock nach dem Aufstehen, keine Sicht im ganzen Tal. Allerdings stellte sich die Eintrübung als Hochnebel heraus und die Webcams versprachen weiter oben blauen Himmel.
Nach dem Frühstück räumten wir die Zimmer und fuhren anschließend mit den eigenen Fahrzeugen wieder an die Talstation des Skigebietes im Axamer Lizum. Dort startete bei frostigen -9°C eine inzwischen auf vier Mitläufer geschrumpfte Skitourengruppe zum Widdersberg (2.340 m). Eine wunderschöne Tour auf der es wieder viel zu lernen und zu üben gab. Der Gipfelblick bei schönstem Wetter und die anschließende Abfahrt, größtenteils in Pulverschnee, waren kaum zu toppen. Wieder an der Talstation angekommen fellten wir ein weiteres Mal auf. Auch wir wollten das gute Essen an der Bärenhütte probieren und hatten hier den mittäglichen Treff vereinbart. Allerdings stellten sich die vermeintlich lockeren Pistenhöhenmeter als die anstrengendsten des ganzen Tages heraus. Der Anstieg war steil und teilweise eisig, ließ sich letzten Endes aber doch bewältigen.
Unsere Kollegen genossen bis Mittag die perfekt präparierte Piste. Ein Teil schloss sich mittags unserem Besuch bei der Hütte an, die restlichen packten die Felle aus und stiegen ebenfalls noch zum Widdersberg auf. Allerdings von der anderen Seite aus.
Am späteren Nachmittag trafen wir uns alle wieder an den Autos und traten anschließend direkt die Heimfahrt an.
Resümee:
Die drei Tage haben alles gehalten was wir uns versprochen hatten und das erstmalig gestartete Experiment mit einem mehrtägigen Angebot hat sich bewährt. Abwechslungsreiche Touren und Fahrten, die, geführt von kompetenten Guides, einfach zum Genießen waren.
Die bunt gemischte Gruppe harmonisierte und das zeigte sich auch mit der guten Stimmung.
Bitte also um Wiederholung im nächsten Winter und vielen Dank, dass wir einfach nur mitfahren durften!





